Europa in Flammen – Öl bleibt vor US-Zwischen-Wahlen hoch – Zahlenflut zum 3. Quartal steht bevor – Rüstungs-Wirtschaft nimmt zu – KI könnte vor einem großen Rücksetzer stehen!
Liebe Leser,
in der letzten Woche habe ich bereits die höhere „Takt-Zahl“ meiner Aussendungen angekündigt. Die Ereignisse überschlagen sich. Nach Paris und Brüssel brennen auch Straßenzüge in Mailand. Auch in St. Petersburg scheint es ernst zu werden. Rückt der Krieg nach Europa tatsächlich immer näher? Ich weiß es nicht! Am Sonntag habe ich jedenfalls mit meinem Schwager aus Frankreich telefoniert. Er sagte nur: „BÜRGERKRIEG“ und er lebt in der Nähe von Straßburg. Naive Menschen würden sich jetzt fragen: was hat dies mit den Finanzmärkten zu tun? Nun, die Themen bzw. gesellschaftlichen Brandherde bündeln sich. Denn die Preise steigen, während die wirtschaftliche Entwicklung eher schwächelt und die Tendenz zu sozialistischen Regierungen zunimmt. An dieser Stelle verweise ich auf die Pläne für das Berliner Rathaus, wo „Die Linke“ ganz offen ihre Immobilien-Enteignungs-Phantasien auslebt. Und Rüstungskonzerne wie Rheinmetall, deren Auftragsgeber logischerweise „Staaten“ sind, schoss am Freitag bei News über die Kriegsgefahr um 6% nach oben. Bei Volkswagen ist bekannt, dass der ehemalige Auto-Riesen auf Kriegsausrüstung umgestellt hat – zumindest in einigen Teilen seiner Fabriken. Der Staat wird also zum großen Wirtschafts-Stimulator. Allerdings ist dieser Stimulus nicht nachhaltig, sondern Kriegs-Konsum verpufft bei gleichzeitiger Zerstörung.
Öl bleibt trotz aller verbalen Bemühungen vom US-Präsidenten Trump kurz vor den Midterm-Wahlen über 100 US Dollar je Barrel. Die Zentralbanken verharren im Zins-Druck, weil die Preise explodieren. (Hierzu habe ich über die hohen PPI-Zahlen in der letzten Ausgabe in den USA sowie Inflation / CPI in China mit 5% berichtet.) Die Berichtssaison nimmt jetzt auch in Fahrt auf. Diese Woche kommen schon die ersten Schwergewichte mit Tesla und Netflix, und nächste Woche geht die Zahlenflut erst richtig los. Dabei vermehren sich mit dem Blick auf Rechenzentren wie Core Weave die Sorgen um eine KI-Blase. Denn nicht nur die Anleihen-Preise explodieren, sondern erste Mahnungen, dass die KI-Euphorie doch in eine Blase münden könnte, nehmen zu. Hier ist auch Oracle ein ganz heißes Eisen, das bei einigen Markt-Profis schon als das „Lehman-Brothers“ der KI bezeichnet wird. Ähnlich sieht es bei Softbank aus, dass einer der größten Investoren von OpenAI (Chat GPT) ist.
An dieser Stelle kann man sich jetzt die Nachrichten-Flut der Nasdaq 100-Unternehmen / Aktien hoch unter runter predigen. Aber ich bleibe an der Oberfläche, weil das Big-Picture für uns alle die Richtung zeigt. Bei all diesen Unruhen (vielleicht bin ich auch etwas subjektiv in meiner Wahrnehmung, aber ich klebe täglich mit vielen Menschen auf verschiedenen Kontinenten am Telefon oder in Chats) erscheint mir der Markt gerade immer noch in einer Schock-Starre zu kleben. Denn die Gefahren, die vom Energie-Sektor ausgehen, sind nach meiner Meinung noch nicht im Markt eingepreist.
Wie geht’s an den Börsen weiter?
Ich habe Eingangs schon über die News-Geschwindigkeit gesprochen. Und eine News-Geschwindigkeit ist immer ein zentrales Element für eine hohe Schwankungsbreite. Diese kann man auch in den Volatilitäts-Indizes nachvollziehen. Ja, da kommen die ganzen „Fear & Greed“ Barometer. Liebe Leser, Ich glaube, dass wir in Kürze WELTWEIT vor einem ganz anderen Problem stehen. Das Problem heißt ganz einfach „Energie“. Auch hierzu habe ich in den letzten Ausgaben der vergangenen Monate gewarnt. Und jetzt laufen wir dem Finale entgegen. Die Wahrscheinlichkeit dieser Katastrophe rückt täglich näher. Und unterschätzen wir bitte nicht die „rechtlichen Tricks“, wo die Regierungen bei Unruhen und Wahlen die Paragraphen der „Nationalen Sicherheit oder Ausnahmezustand“ zücken. Nochmals: ich weiß es nicht (woher auch). Aber die Zeichen bündeln sich, dass die Finanzmärkte bis Jahresende anstrengend bleiben.
Bis bald!
Ihr
Rainer Hahn
Chefredakteur
